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Was ist besser: ausschüttende oder thesaurierende ETFs?

Ausschüttend oder thesaurierend – was ist sinnvoller und welcher ETF ist der Richtige für deine Anlagestrategie? Wie genau sich diese beiden Arten von ETFs unterscheiden und wie unterschiedlich diese besteuert werden, liest du hier.

 

Was ist besser: ausschüttende oder thesaurierende ETFs?

Welche Ausschüttungsarten gibt es bei ETFs

Die Aktien, aus denen ein ETF zusammengesetzt ist, können Dividenden ausschütten. Wenn Anleihen in ETFs enthalten sind, können diese Gewinne ausgezahlt werden. Andere Anlageformen wie z.B. Rohstoffe schütten keine Gewinne aus.

Je nach Art des ETFs kann Folgendes mit deinen Dividenden passieren:

  1. Sie werden reinvestiert in den ETF und vergrößern das Fondsvolumen

oder

  1. Die Dividenden werden an die Anleger des ETFs ausgeschüttet.

Du hast die Wahl: Entweder du entscheidest dich für einen ETF, der Dividenden ausschüttet (ausschüttende ETFs).Oder du wählst einen ETF, der Gewinne direkt reinvestiert (thesaurierende ETFs). Welche besser zu dir passt, kommt auf deine Anlagestrategie an.

Ausschüttender ETF
Thesauriererender ETF
ETF Kurs50€50€
Dividende erhalten5€5€
Auf Verrechnungskonto5€0€
Neuer ETF Kurs50€55€
Vermögen 50€ + 5€ = 55€55€

 

Hinweis: Nicht berücksichigt ist der Dividendenabschlag (siehe unten)

Vor- Und Nachteile Ausschüttender ETFs

Vorteile ausschüttender ETFs

Ein ausschüttender ETF sichert dir regelmäßige Ausschüttungen und so kannst du dir ein passives Einkommen aufbauen. Du hast Wahl, was du mit deinem Geld machst: Reinvestieren oder ausgeben.

Was du beachten solltest: Der Rhythmus der Ausschüttungen variiert je nach ETF, z.B. jährlich, halbjährlich, quartalsweise oder monatlich. Diese Information findest du in dem Basisprospekt des jeweiligen ETFs.

Vor allem unter älteren Anlegern sind Dividenden beliebt und eignen sich zur langsamen “Mitnahme” von Gewinnen.

Anhänger dieser Anlagestrategie setzen auf sogenannte Dividenden-ETFs. Diese ETFs bündeln jene Unternehmen, die dafür bekannt sind, hohe Dividenden zu zahlen – gut zu erkennen im ETF-Namen wie VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF.

Nachteile ausschüttender ETFs

Kein Unternehmen ist verpflichtet, Dividenden auszuzahlen. Je nach Zusammensetzung deines ETFs können also Dividendenzahlungen schwanken. Bei großen, diversifizierten Dividenden-ETFs fällt der Ausfall von Dividenden einzelner Unternehmen aber in der Regel nicht ins Gewicht.

Nach der Dividendenausschüttung erfolgt ein Dividendenabschlag. Der Kurs fällt nach der Auszahlung. Der Kurs fällt genau diese Summe. Es macht also wenig Sinn, kurz vor der Dividendenzahlung kaufen Dividenden-ETFs zu kaufen, um sie danach sofort wieder zu verkaufen. Deine veringerst deine Kursgewinne in Form von ausgezahlten Dividenden.

Wenn dein Steuerfreibetrag ausgeschöpft ist, zahlt du Kapitalertragssteuern (rund 26%) auf deine Gewinne. 

Vor- Und Nachteile Thesaurierender ETFs

Vorteile thesaurierender ETFs

Bei einem thesaurierenden ETF werden die Erträge verwendet, um automatisch weitere Anteile des gleichen ETFs nachzukaufen. Dein Depotwert steigt und du baust zusätzlich Vermögen auf.

Deine automatische Reinvestition erzielt wieder Kursgewinne und Dividenden. Mehr Anteile des ETFs arbeiten für dich. Du profitierst stärker von dem Zinses-Zins-Effekt.

Kombiniert mit einem Sparplan verläuft deine Geldanlage vollautomatisch (siehe auch Mehrkontenmodelle): Dein ETF kümmert sich selbst um die erneute Anlage. Du hast keinen weiteren Aufwand.

Bei den meisten Brokern, ist die Wiederanlage kostenlos. Eine Liste von interessanten Brokern findest du hier.

Nachteile thesaurierender ETFs

Dein gesamter Ertrag ist im ETF investiert. Du kannst über deine Dividenden nicht frei verfügen und sie beispielsweise anderweitig investieren oder ausgeben. Du realisierst keine Gewinne, oder partizipierst an fallenden Kursen.

Wenn du das ganze Jahr über keine Gewinne realisiert, nutzt du deinen Sparerpauschbetrags nicht voll aus. Ein Teil deines Freibetrag pro Jahr von 801€ könnte verfallen. Du könntest natürlich Anteile verkaufen. Dabei zalhst du aber je nach Broker zusätzlich Transaktionsgebühren.

Welche Ausschüttungsart ist die richtige für dich?

Dein Anlageziel bestimmt darüber, ob eher ein thesaurierender oder ein ausschüttender ETF für deine Zwecke geeignet ist.

Ein thesaurierender ETF eignet sich am besten für den Vermögensaufbau.

Geld, das gar nicht erst auf dem Verrechnungskonto landet, lässt sich nicht direkt ausgeben.

Planst du deine Dividende als „regelmäßiges Gehalt“ im Alltag auszugeben, ist ein ausschüttender ETFs geeignet.

Er liefert dir vorhersehbare Dividendenzahlungen.

Es muss nicht immer entweder oder sein. Je nach persönlicher Situation kannst du auch eine Kombination aus thesaurierenden und ausschüttenden ETFs machen.

Steuern bei ausschüttenden und thesaurierenden ETFs

Auch wenn die Investmentsteuerreform von 2018 versucht hat, thesaurierende und ausschüttende Fonds steuerlich gleich zu behandeln, gibt es dennoch Optimierungsmöglichkeiten. Mehr Tipps kannst du dir in diesem Artikel zum Thema Steuern abholen.

In Kurs: Bei ausschüttenden ETFs werden deine Gewinne automatisch bei der Ausschüttung gemäßg der Kapitelertragssteuer versteuert. Bei thesaurierenden ETFs wird am Anfang des Jahres ein Vorabpauschale von deinem Konto abgebucht.

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