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Die besten ETF-Strategien im Vergleich: Der ETF-Ratgeber

ETFs oder kurz „Exchange Traded Funds“ sind beliebt. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder achte Euro, der in Deutschland an der Börse in Fonds angelegt wird, in einen ETF fließt. Und das nicht ohne Grund: ETFs ermöglichen es jedem Privatanleger sein Vermögen zu geringen Kosten und sehr diversifiziert anzulegen. Ein einfaches Online-Depot genügt, um sich einfach, günstig und vor allem langfristig ein Vermögen aufzubauen.

Doch was sind ETFs eigentlich? Was sind Sparpläne? Und wie finde ich einen ETF, der zu meinen Anlagezielen passt?

Börsenkurs eines ETFs. ETFs bilden einen Börsenindex ab, man investiert mit ihnen also sprichwörtlich "in den Markt".
ETFs bilden einen Börsenindex ab, man investiert mit ihnen also sprichwörtlich "in den Markt".

Was sind ETFs und wie funktionieren sie (einfach erklärt)?

Ein ETF ist eine Nachbildung eines Börsenindex: Eine Fondsgesellschaft nimmt das Geld der Anleger und kauft dafür die Wertpapiere, die auch im Index enthalten sind. ETFs fassen also die Wertentwicklung mehrerer Unternehmen zusammen – im Gegensatz zu Einzelaktien, die einen spezifischen Wert abbilden. Das Ziel eines ETFs ist es, dieselben Wertsteigerungen (und auch Wertverluste) abzubilden wie der Index, den er abbildet.

Als Beispiel kann der deutsche Aktienindex DAX dienen: Der DAX zeigt die Entwicklung der 30 größten Unternehmen in Deutschland nach Umsatz. Eine Fondsgesellschaft die einen ETF anbietet, der den Dax abbildet, würde nun genau diese 30 Aktien nachkaufen und sich damit im Wert steigen oder fallen wie der DAX. Die Fondsgesellschaft kauft dabei – anders als bei aktiv gemanagten Fonds – vollautomatisiert und ohne Analyse oder Kaufempfehlungen von Analysten oder Managern.

Neben dem DAX gibt unzählige Indizes. Einige, wie der DowJones, der Nikkei oder der NASADQ fassen Unternehmen aus bestimmten Länder oder Branchen zusammen und gelten als Kennzahl für die Wirtschaftsleistung einer Branche oder eines Landes. Das sind gleichzeitig die bei der breiten Masse an Investoren beliebtesten Unternehmen. Man spricht daher auch davon, dass ein Aktienindex „den Markt abbildet” oder das Anleger, die in einen ETF investieren, “in den Markt investieren”.

Warum sind ETFs so günstig?

Weil ETFs das Ziel verfolgen, einen Börsenindex 1-zu-1 nachzubilden, sind sie deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Bei aktiv gemanagten Fonds versucht ein Fondsmanager Aktien einzeln aussucht, und damit den Index bzw. den Marktdurchschnitt zu schlagen. Der Fondsmanager kauft und verkauft Aktien also deutlich häufiger Anteile als ein ETF das tut. Er arbeitet nicht vollautomatisiert und seine Personalkosten und Boni müssen von der Fondsgesellschaft bezahlt werden – und diese sind nicht selten sehr hoch. Deswegen verursachen aktive Fonds für Fondsgesellschaften deutlich höhere Kosten als passive Fonds wie ETFs. Diese Kosten werden in der Regel durch Gebühren oder dem Gewinn des Fonds bezahlt, die die Wertentwicklung für die Anleger belastet. In einem ETF bleibt hingegen von Vornherein mehr vom investierten Vermögen übrig.

Was ist der Unterschied zwischen Indexfonds und ETFs

ETFs sind auch Indexfonds, allerdings mit dem Unterschied, dass sie börsengehandelt sind. ETF kannst du jederzeit zu den Börsenhandelszeiten kaufen und verkaufen. So kannst du selbst entscheiden, wie oft und wann du in deinen ETF investierst oder Teile wieder verkaufst. Klassische Indexfonds werden hingegen nicht an der Börse gehandelt, sondern über einen Fondsanbieter verwaltet. Du kannst einen klassischen Indexfonds also nur einmal täglich über deinen Fondsanbieter verkaufen oder kaufen.

In der Theorie kann ein aktiv gemanagter Investmentfonds den Markt schlagen, also den Markt “outperformen”. In der Praxis funktioniert das jedoch in den seltensten Fällen. Beispielsweise der Indexanbieters S&P Dow Jones die Performance aktiv gemanagter Fonds über einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet. Das Ergebnis ist für die Fondsbranche ziemlich schlecht ausgefallen.

Über 95 Prozent der aktiv gemanagten, global anlegenden Aktienfonds schnitten schlechter ab als ihr Vergleichsindex. Bei europäischen Aktienfonds waren es noch 88 Prozent, die schlechter als der Durchschnitt ihres Vergleichsaktienindizes abschnitten. Die Statistik spricht damit klar für ETFs und passive Indexfonds.

Ein Nachteil den ETFs gegenüber aktiv gemanagten Fonds ist die Handlungsfähigkeit im Krisenfall. ETF-Anleger sind über ihren Index immer voll investiert und damit verfügen viele Anleger über ähnliche oder ganz identische Portfolios. Was ist in Konjunktur-Phasen vorteilhaft ist, da die optimale Performance herausgeholt wird, kann in einer Rezession der Wirtschaft schwere Kursverluste nach sich ziehen: Denn wenn zahlreiche Anleger gleichzeitig verkaufen wollen, findet sich kaum ein Käufer, was wiederum die Kurse belastet.

Was sind die Nachteile beim Investieren in ETFs?

Das Investieren in ETFs bietet, wie oben beschrieben viele Vorteile, hat aber auch Nachteile. Jeder Anleger muss dabei selbst entscheiden, welche Argumente für ihn überwiegen.

ETFs können keine Überrendite erzielen

Da du mit einem ETF “in einen Marktdurchschnitt” investierst, kannst du auf deinen einen Seite nie weniger Rendite als der Markt machen. Auf der anderen Seite kannst du jedoch auch keine Überrendite erzielen und den Markt schlagen. Mit einer passiven Anlagestrategie wirst du deinen Einsatz also nicht innerhalb kurzer Zeit vervielfachen können. Auf der anderen Seite hast du jedoch deutlich geringeres Risiko und eine stabile Rendite.

Geringe Lerneffekte

Würdest du aktiv investieren und beispielsweise in einzelne Aktien investieren, würdest du schneller Erfahrungen sammeln und beispielsweise anhand von Fehlinvestitionen lernen. Fehler bei der Geldanlage können natürlich sehr wehtun, da man wortwörtlich “Lehrgeld bezahlt”. Beim passiven Investieren in ETFs sind große Verluste deutlich unwahrscheinlicher, aber auch der Lerneffekt geringer.

ETFs schaden der Aktionärsdemokratie

Damit ist gemeint, dass Anleger, die in ETFs Investieren, nicht von ihrem Stimmrecht auf den Hauptversammlungen der Aktiengesellschaften Gebrauch machen können. ETF-Anleger werden über den Herausgeber des ETFs vertreten. Die Beteiligung bei Hauptversammlungen ist aber bereits bei regulären Privatinvestoren gering. Bei ETF-Anlegern, die über ihren ETF in hunderte Unternehmen gleichzeitig investieren, wird die Beteiligung nur noch unwahrscheinlicher. Steigt der Anteil der ETF-Investoren, steigt zwar der Aktienkurs eines Unternehmens, das steigende Kapital ist aber unzureichend auf der Hauptversammlung repräsentiert. Hier stellt sich natürlich die Frage, inwieweit man als Privatinvestor an der Ausübung seines MItspracherechts überhaupt interessiert ist.

Im Gegensatz zum passiven Investieren sind Stock Picking und Timing Strategien des aktiven Investierens. Stock Picking bedeutet, sich einzelne Aktientitel herauszusuchen, die zukünftig eine bessere Wertsteigerung als der Markt haben werden. Beim Timing versuchen Investoren, den beste Zeitpunkt für den Kauf beziehungsweise den Verkauf einer Aktie herauszufinden.

Fazit: ETFs sind ein guter Einstieg in die Geldanlage

Das Investieren in ETFs ist ein guter Einstieg in die Welt der Kapitalanlage, aber auch für erfahrene Investoren geeignet, die einen Teil ihres Kapitals diversifiziert anlegen wollen. Durch das breit gestreute Risiko und die stabilen Renditen lassen sich mit der Zeit relevante und nachhaltige Renditen erwirtschaften.

Bei vielen Brokern sind Sparpläne bereits für 25 € je Monat auf einen ETF möglich (siehe oben).

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