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Big-Mac-Index: Wie du mit einem Burger Währungen bewertest.

Fast Food ist wortwörtlich in aller Munde auch bei Ökonomen. Denn der sogenannte Big-Mac-Index vergleicht weltweit die Preise für den berühmten Burger bei der Fast-Food-Kette McDonald’s. Und tatsächlich eigenet sich der Big Mac, um die Kaufkraft von Währungen in Ländern zu bestimmen. Wie du den Big-Mac-Index berechnest und was du aus dem Indexwert ziehen kannst, erfährst du hier.

Big Mac Index erklärt, McDonalds Produkte aneinandergereiht
Big-Mac-Index: Was hat der beliebte Burger der Fast-Food-Kette mit der Ermittlung von Preisniveaus zu tun?

Was versteht man unter dem Big Mac Index?

Um es kurz zu machen: Nein, der Big-Mac-Index hat nichts direkt mit den Aktienmärkten auch auch nichts mit der Aktie von McDonald’s zu tun.

Der Big-Mac-Index wurde 1986 von der Wirtschaftsredakteurin Pamela Woodall als leicht verständlicher Indikator für einen Vergleich zwischen Währungen erfunden. Der Big-Mac-Index gibt Aufschluss darüber, ob einzelne Währungen im Vergleich zu anderen Währungen über- oder unterbewertet sind.

Warum ist gerade der Preis des Big Macs ein guter Indikator für den Währungsvergleich?

Die Annahme ist: Wenn das gleiche Produkt überall auf der Welt verkauft wird, muss es auch überall gleich viel kosten.

Der Preis für einen Big Mac eignet sich perfekt als Maßstab, weil es den beliebten Burger in zahlreichen Ländern gibt und er weltweit in vergleichbarer Größe, Zusammensetzung und Qualität gibt.

Pamela Woodall hat anhand des Big Macs schon in den 90er-Jahren herausgefunden: Das Preisniveau unterscheidet sich deutlich von Land zu Land. Heutzutage ist der Burger von McDonald’s in der Schweiz oder in Schweden besonders teuer. Besonders günstig ist er hingegen in Russland (Stand Januar 2021). Anhand des Burgerpreises lässt sich annehmen: In der Schweiz ist das Preisniveau deutlich höher als im Vergleich zu Russland.

Grundsätzlich gehen Experten davon aus, dass die Kurse von überbewerteten Währungen in Zukunft sinken, während die Kurse von unterbewerteten Währungen wieder steigen werden. Dies setzt natürlich “effiziente Märkte” voraus. Eine Garantie ist diese Annahme also nicht.

Wie berechnet man den Big-Mac-Index?

Zur Berechnung des jeweiligen Big-Mac-Index, wird der Preis eines Big Macs in der Währung eines Landes durch eine Referenzwährung geteilt. Im Falle des Big-Mac-Indizes ist diese Währung der US-Dollar. Dadurch erhält man den Big-Mac-Wechselkurs. Anhand des offiziellen Wechselkurses kannst du nun beurteilen, ob eine Währung über- oder unterbewertet ist.

Ein Beispiel:

Angenommen ein Big Mac kostet in Deutschland 4,30 € und in den USA 5,60 $.

Teilst du den deutschen Preis durch den US-Preis, erhältst du den Big-Mac-Index-Wechselkurs von 0,77.

Der tatsächlich Wechselkurs zwischen Dollar und Euro beträgt 0,88.

Vegleichst du die Big-Mac-Index-Wechselkurs 0,77 mit dem tatsächlich Wechselkurs 0,88, bedeutet das, dass der Euro um 14 % unterbewertet ist.

Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Wert des Euros in Zukunft steigen könnte.

Der Big-Mac-Index erklärt. Dollar und Euro miteinander vergleichen.

Big-Mac-Index und Arbeitszeit: Wie lange musst du für einen Burger arbeiten?

Mittlerweile wurde der Big-Mac-Index von zahlreichen Institutionen aufgegriffen und mitunter weiterentwikelt. Auf Basis des Indizes im Vergleich zum Durchschnittseinkommen lassen sich beispielsweise Schlüsse über die Lohn-Kaufkaft ziehen. 

In Indien müssen die Menschen beispielsweise fast rund sieben Stunden arbeiten, um sich einen Big Max kaufen zu können. In Russland sind es drei Stunden. In Deutschland sind es im Durchschnitt “nur” 21 Minuten.

Wie aussagekräftig ist der Big-Mac-Index wirklich?

Für einen weltweiten Kaufkraftvergleich benötigt man einen einheitlichen Warenkorb – also Produkte, die auf der ganzen Welt in der gleichen Weise hergestellt und verkauft werden. Da der Big Mac in über 120 Ländern in einer nahezu identischen Weise hergestellt und verkauft wird, eignet er sich nach der Ansicht von Ökonomen gut für einen weltweiten Kaufkraftvergleich. Es gibt aber immer wieder Kritik an dem Burger-Index.

Der Big-Mac-Index ist auf Basis des Big Macs als weltweit verfügbares Standardprodukt zwar leicht zu ermitteln. Doch für die Beurteilung der tatsächlichen Kaufkraft braucht es mehr als nur ein Produkt. Beispielsweise können Faktoren wie Mietpreise, Steuersätze oder Lohnkosten die Kaufkraft erheblich beeinflussen. Außerdem sind Burger in vielen asiatischen Ländern weit weniger beliebt als in westlichen Ländern. Auch wenn der Big Mac fast weltweit angeboten wird, ist die Nachfrage danach nicht weltweit gleich verteilt. Und eine unterschiedliche Nachfrage in verschiedenen Regionen können auch den Preis eines Standardproduktes beeinflussen.

Für wissenschaftliche, aber damit auch sehr viel komplexere, Berechnung der Kaufkraft wird ein repräsentativer Warenkorb herangezogen, indem zahlreiche Produkte miteinander verglichen werden. Deswegen ist der Big-Mac-Index eher ein Indikator, aber kein wissenschaftliche korrektes Maß für den Währungsvergleich.

Fun-Fact

Es gibt auch einen “Apple-iPod-Nano-Index”, einen “Apple-iPad-Mini-Index” und einen “Billy-Regal-Index” (abgeleitet vom Möbelstsück von IKEA). Auch diese Produkte werden fast weltweit in standardisierter Form verkauft. Diese Indizes funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie der Big-Mac-index.

Was bedeutet der Big-Mac-Index für Anleger?

Als Anleger solltest du dir bewusst sein: Währungen beeinflussen deine Rendite. Wenn du Aktien von internationalen Unternehmen kaufst, bezahlst auch du mit einem Wechselkurs. Hier kann also der Big-Mac-Index ein Indikator sein für ein Währungsrisiko sein – beispielsweise wenn du in Entwicklungs- oder Schwellenländer mit instabilen Währungen investieren willst.

Was bedeutet der Index für dich im Alltag?

Auch im Alltag kannst du die den Big-Mac-Index nutzen. Bei Auslandsreisen zeigt dir die Über- oder Unterbewertung einer Währung an, wie viel deine Heimatwährung im Ausland wert ist. In einem Land mit einer vergleichsweise schwächeren Währung, erhältst du als Reisender mehr für dein Geld. In einem Land mit einer überbewerteten Währung ist die Reise hingegen teurer.

Fazit: Der Big-Mac-Index ist anschaulich, hat aber auch seine Schwächen.

Der Big-Mac-Index ist tatsächlich eine etablierte Größe und verhältnismäßig aussagekräftig. Das liegt auch an seiner Anschaulichkeit und der einfachen Berechnung. Auch wenn der Burger-Index “nicht das Maß aller Dinge ist”, kannst du den Index als Privatperson durchaus heranziehen, um beispielsweise die Bewertung einer Währung schnell und einfach zu beurteilen.

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