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Warum Diversifikation bei der Geldanlage so wichtig ist

Eine risikofreie Geldanlage gibt es nicht. Trotzdem solltest du niemals alles auf einer Karte setzen, sondern mit einer breiten Streuung über Anlageklassen hinweg die Gefahr von Verlusten minimieren. Dieser Artikel erklärt dir, warum Diversifikation so wichtig ist.

Kleider auf einer Kleiderstrande, Symbolbild für Diversifikation
Ein bisschen Diversifikation tut nicht nur dem Kleiderschrank gut, sondern auch deiner Geldanlage.

Risiko im Alltag

Nicht nur bei deiner Geldanlage sind Risiken allgegenwärtig. Risiken begleiten uns tagtäglich. 

Ein Beispiel: Fährst du mit dem Fahrrad zur Arbeit, profitierst du möglicherweise von einem schnelleren Arbeitsweg, du tust etwas für deine Gesundheit oder du sparst gegenüber den öffentlichen Verkehrsmitteln Geld.

Diese Vorteile gehen jedoch mit dem Risiko eines Unfalls einher. Ein Verkehrsunfall mit dem Fahrrad ist gefährlich. Du kannst dich schwer verletzen, dein Fahrrad ist danach vielleicht schrottreif und im schlimmsten Fall musst für den entstandenen Schaden aufkommen. 

Es macht also Sinn, das Risiko für einen Unfall zu minimieren. Dies erreichst du durch verschiedene Maßnahmen, die du idealerweise alle gleichzeitig umsetzt – indem du dich an Verkehrsregeln hältst, nachts ein Licht am Fahrrad hast, deine Bremsen funktionieren und zum Beispiel nicht leichtsinnig fährst. 

Trotz all dieser Maßnahmen ist das Risiko, in einem Unfall verwickelt zu sein, nie 0%. Durch die Kombination deiner Maßnahmen hast du dein Risiko aber auf ein so kleines Maß reduziert, dass du gut mit dem Restrisiko leben kannst. Du wälzt dich nicht jede Nacht schlaflos im Bett, weil du Angst hast, am nächsten Tag im Straßenverkehr zu sterben.

Das Ergebnis: Die Vorteile (schnelle und unkomplizierte Mobilität in der Stadt) überwiegen deutlich das Risiko (Unfall). Denn das Risiko hast du durch eine breite Kombination aus Maßnahmen minimiert.

Achtung Spoiler: Das gleiche Prinzip funktioniert auch bei deiner Geldanlage. 

Risiko und Rendite bei deiner Geldanlage verstehen

Auch bei deiner Geldanlage musst du deine Risiken realistisch einschätzen und Entscheidungen treffen, mit denen du “Nachts noch ruhig schlafen kannst”. 

Als erstes solltest du dir überlegen, welche Risiken bei deiner Geldanlage bestehen. 

Als zweites solltest du dir die Frage stellen, wie du es verhindern kannst, dass diese Risiken eintreten und du Geld verlierst. 

Ein gutes Leitwerkzeug ist das Magische Dreieck der Geldanlage: Je riskanter eine Geldanlage ist, desto höher ist auch die potenzielle Rendite, die du als Investor als Gegenleistung für das höhere Risiko verlangen kannst.

Deine Risikoeinschätzung solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen. In der Vergangenheit gibt es genügend Beispiele dafür, dass Risiken massiv unterschätzt wurden. Die Dotcom-Blase in den 00er Jahren oder die Immobilienkrise in den USA um 2008 sind gute Beispiele für ausgeblendete Risiken.

Was ist ein Klumpenrisiko?

In vielen Portfolios von Privatpersonen kommt es zur “Klumpenbildung”. Und zwar immer dann, wenn du zu einseitig investierst.

Das Problem: Wenn du nur Aktien von einer einzigen Firma kaufst und diese dann an Wert verliert, hast du einen riesigen Verlust. Und durch die fehlende Streuung auch keine Vermögensanlagen, die diesen Verlust ausgleichen können.

Die häufigste Klumpenbildung in Depots von Privatpersonen verursacht der Home-Bias. Nur weil Anleger einen emotionalen Bezug zu Wertpapieren aus dem eigenen Land haben, kaufen sie vor allem heimische Unternehmensanteile. Dabei sind insbesondere deutsche Unternehmen sehr anfällig für Entwicklungen in ihren Absatzländern. Denn die meisten Unternehmen im DAX erwirtschaften ihren Hauptumsatz im Ausland.

Was versteht man unter Diversifikation und warum ist sie so wichtig?

Erfolgreiche Anleger investieren selten nur in einzelne Wertpapiere – sondern in eine breite Auswahl an Unternehmen und Anlageklassen, die über den gesamten Globus verteilt sind.

Denn jedes Wertpapier reagiert auf seine Umwelt. Eine politische Entscheidung in den USA kann z.B. den Stahlmarkt in China negativ beeinflussen, dafür aber die Stahlindustrie in den USA bestärken.

Hast du als Anleger Aktien von Unternehmen aus beiden Ländern der Stahlbranche im Depot, können sich die Kursentwicklungen ausgleichen. Bist du dagegen nur in den China investiert, musst du ggfs. hohe Schwankungen (Volatilität) aushalten.

Je breiter du in deinem Portfolio streust, desto geringer die Schwankungen in deinem Depot. Diese Risiko- oder Schwankungsminimierung “bezahlst” du natürlich mit weniger möglichem Gewinn. 

Welche Möglichkeiten hast du, um deine Geldanlage zu diversifizieren? 

Es gibt drei Grundregeln, die du bei einem diversifizierten Portfolio beachten solltest:

Setze auf mehrere Anlageklassen und -instrumente

Jedes Unternehmen ist ganz individuellen Risiken ausgesetzt, die den Aktienkurs eines Unternehmens unmittelbar beeinflussen. Wird beispielsweise das Produkt eines Unternehmens von einem Konkurrenzanbieter verdrängt und ist damit nicht mehr so profitabel, fällt der Kurs. Damit du dein Depot nicht von einer solchen Einzelsituation abhängig machst, solltest du statt auf ein Unternehmen, auf mehrere setzen

Es gibt allerdings auch Marktsituationen, unter denen ganze Assetklassen leiden.

Ein Beispiel: Je niedriger die Zinsen, desto unattraktiver werden festverzinste Anlagen wie Anleihen oder Sparbücher. Gleichzeitig wird das Investieren in Aktien attraktiver und umgekehrt.

Ob Aktien, Unternehmens- oder Staatsanleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Dein Portfolio bildet idealerweise verschiedene Branchen, Regionen, Assetklassen und Währungen ab.

Denn hast du dein Investment clever aufgeteilt, kann es eine schlechte Phase einer einzelnen Anlageklasse ausgleichen.

Starke Abhängigkeiten im eigenen Portfolio vermeiden

Investments können stark miteinander zusammenhängen. Beispielsweise reagieren Aktien von Automobilkonzernen und Zulieferer der Automobilindustrie gleichermaßen auf Absatzschwierigkeiten in diesem Sektor. Achte also innerhalb jeder Anlageklasse darauf, dass sie möglichst wenig zusammenhängen. So kann der Absturz einzelner Assetklasse abgefedert werden.

Starke Abhängigkeiten im eigenen Portfolio vermeiden

Marktrisiken werden durch Unsicherheiten in der Wirtschaft, im politischen Umfeld, bei Naturkatastrophen oder aufgrund von Rezessionen ausgelöst.

Zu den typischen Marktrisiken zählen zum Beispiel das Wechselkursrisiko. Wenn eine Währung eines Landes stark im Wert steigt, haben die Unternehmen in diesem Land schwerer Ihre Produkte zu exportieren und machen weniger Gewinn.

Ein weiteres Beispiel ist das Zinsrisiko. Erhöht die Zentralbank die Zinsen, können auch Banken auch höhere Zinsen auf ihre konservativen Finanzprodukte wie Sparbücher oder Festgeldkonten vergeben können. Das macht das Investieren in Aktien unattraktiver und “Geld fließt aus dem Markt”. Das Ergebnis: Die Aktienkurse fallen.

Wie fange ich an?

Die Wahrscheinlichkeit eines hohen Verlustes sinkt mit zunehmender Anzahl von verschiedenen Anlageklassen in deinem Portfolio. Und genau diese Aufteilung lässt sich zum Beispiel mit ETFs einfach und kostengünstig umsetzen. Zum Beispiel so:

  • einen ETF auf einen globalen Aktienindex (MSCI-World)
  • einen ETF auf Staatsanleihen
  • einen ETF auf den globalen Immobilienmarkt
  • und einen ETC auf Ressourcen, wie beispielsweise Gold

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