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Investmentstrategie: Für wen eignet sich die Core-Satellite-Strategie?

Mit der Core-Satellite-Strategie ergänzt du dein passives Buy-and-Hold-Portfolio um mehrere Einzelinvestments, sogenannte Satelliten. Mit solchen Satelliten kannst du auf höhere Renditen spekulieren, kannst dieses erhöhte Risiko aber mit einem gut diversifizierten Kerninvestment ausbalancieren.

Core-Satellite-Strategie als Investmentstrategie
Was Satelliten in der Erdumlaufbahn mit Investmentstrategien zu tun haben, erfährst du hier.

Passiv + Aktiv: Was ist die Core-Satellite-Strategie (einfach erklärt)?

Mit einer Core-Satellite-Strategie unterteilst du dein investiertes Vermögen in zwei Bereiche, einem Kerninvestment (Core) und ausgewählten Einzelinvestitionen (Satelliten). 

Kerninvestment

Dein Kerninvestment

  • Dein Kerninvestment sollte gut diversifiziert sein und langfristig stabile Renditen erwirtschaften. 
  • Der Anlagehorizont deines Kerns ist langfristig (mindestens 10 Jahre).
  • Die Investmentstrategie ist Buy-and-Hold und passiv.
  • Die Kosten hältst du möglichst gering.
  • Das Kerninvestment überwiegt mit 60-80% deines investierten Vermögens deutlich die Summe deiner Satelliten. So kann dein Kerninvestment mögliche Wertverluste aus deinen Satelliten ausgleichen.

Vielleicht wird dir anhand dieser Aufzählung schon klar, welches Finanzprodukt für dein Kerninvestment am sinnvollsten ist. Für dein Kerninvestment eignen sich hervorragend Sparpläne in breit gestreute ETFs, die beispielsweise den MSCI World und Emerging Markets abbilden. 

Satellit

Deine Satelliten

Deine Satelliten setzen sich aus ausgewählten Einzelinvestitionen zusammen.

  • Deine Satelliten bilden mit rund 20-40% deines investierten Vermögens in Summe den kleineren Bestandteil deines Portfolios. 
  • Sie setzen Akzente in deinem Portfolio oder ergänzen dein Kerninvestment sinnvoll. Hiermit investierst du beispielsweise in Branchen, Regionen oder Unternehmen, die dich besonders interessieren und denen du ein großes Wachstumspotenzial zutraust.
  • Insgesamt sind Satelliten riskanter, aber auch chancenreicher.
  • Der Anlagehorizont ist eher kurz- oder mittelfristig,
  • Aktives Stock-Picking und Market-Timing können eine Rolle spielen.
  • Deine Satelliten können höhere Kosten als dein passiver Kern verursachen. Durch die Wahl eines günstigen Brokers solltest du diese Kosten so niedrig wie möglich halten.

Für Satelliten eigenen sich also eher risikoreichere Anlageprodukte. Diese können Einzelaktien, P2P-Kredite, Kryptowährungen oder Nischen-ETFs sein. Beliebt sind beispielsweise Branchen-ETFs, die in Gaming, Wasserstoff oder Elektromobilität investieren.

Core-Satellite-Strategie-erklärt

Alles eine Frage der Balance: Welcher Anlagetyp bist du?

Die Gewichtung in deiner Core-Satellite-Strategie kannst du natürlich ganz individuell bestimmen. Wichtig ist nur, dass du ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Kern- und Satelliteninvestments beibehältst. 

Du bist eher risikoavers, möchtest aber trotzdem mit Einzelwerten herumexperimentieren, ohne das mögliche Verluste zu sehr wehtun? Dann kann beispielsweise 90% (Kern) und 10% (Satelliten) die richtige Aufteilung für dich sein. 

Du hast Spaß, viel Zeit in die Recherche von Unternehmen und Analysen zu investieren und willst mit einem relevanten Teil deines Vermögens auf höhere Renditen spekulieren? Dann ist vielleicht eine Aufteilung von 60% (Kern) und 40% (Satelliten) die richtige für dich.

Wie findest du die Themen für deine Satelliten? Von welchen Branchen oder Unternehmen bist du überzeugt?

Eine Möglichkeit ist es, deinen Zukunftserwartungen und deinen Werten im deinem Portfolio Raum zu geben. Was sind gesellschaftliche Trends – nicht nur in Deutschland, sondern global betrachtet – und welche Wirtschaftssektoren profitieren von diesen Trends im besonderem Maße? Welche Unternehmen sind bereits etabliert in diesem Sektor und welche Unternehmen sind zwar noch klein, aber wachsen schnell?

Allein aus diesen vier Fragen ergeben sich tausende mögliche Satelliten, die ein Investment wert sein könnten.

Etwas mehr Inspiration gefällt? Bitte sehr!

  • Nachhaltigkeit hat sich vom Trendthema zuzu einem Lebensgefühl vor allem in westlichen Gesellschaften entwickelt.
  • Digitalisierung geht an niemanden vorbei. Technologiekonzerne, soziale Medien, mobiles Arbeiten, Robotik oder künstliche Intelligenz sind aus vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. 
  • Konsumtrends. Online-Shopping? Yes, please. Wer profitiert entlang der Wertschöpfungskette vom E-Commerce-Trend und wo schlummern Potenziale in der Zukunft? 
  • Gesundheit: Vor allem in der westlichen Welt werden die Menschen immer älter und sind immer häufiger auf Pflege angewiesen. 

Vorteile der Core-Satellite-Strategie für deine finanzielle Zukunft

Natürlich kannst du mit klug ausgewählten Einzelwerten deine Rendite steigern. Dieses Hauptziel ist aber nicht der einzige Vorteil der Core-Satellite-Strategie. 

Häufig ist die Core-Satellite-Strategie der “nächste Schritt”, wenn du bereits seit einiger Zeit mit dem passiven Investieren Erfahrung gesammelt hast. Während dein Kerninvestment dir Rückendeckung und nachhaltige Renditen sichert, kannst du mit deinen Satelliten experimentieren, ohne dass mögliche Verluste zu sehr schmerzen.

Das aktive Investieren und die damit verbundene Analyse und Bewertung von Einzelwerten kann nicht nur Spaß machen, sondern du baust dir nach und nach neues Wissen auf. Fast zwangsläufig wirst du dich für deine Satelliten zum Beispiel mit Aktienkennzahlen auseinandersetzen, mit den Grundlagen der technischen Chart-Analyse oder mit Markttrends. Deine Lernkurve ist also besonders in der Anfangszeit extrem steil – vorausgesetzt zu investierst nicht einfach nach deinem Bauchgefühl oder “auf gut Glück” (immer eine schlechte Idee).

Vielleicht zahlst du mit dem ein oder anderen Investment “Lehrgeld” und machst vielleicht sogar Verluste, aber womöglich hast du auch ein gutes Händchen und steigerst deine Rendite zusätzlich.

Mit diesem Wissen, was du dir mit deinen Satelliten aufbaust und mit Rückendeckung deines Kerninvestments, wirst du langfristig gesehen zum besseren Anleger.

Sei ehrlich zu dir: Wie erfolgreich sind dein Core und deine Satelliten wirklich?

Um deine Strategie bewerten zu können, solltest du dein Kerninvestment und deine Satelliten in unterschiedlichen Depots abbilden. Für dein Kerninvestment eignet sich natürlich ein Broker, die dich dein Kerninvestment über kostenlose Sparpläne besparen lassen. Für deine Satelliten hingegen solltest du dir einen Broker aussuchen, der vor allem niedrige Transaktionskosten anbietet.

Sei ehrlich zu dir: Nachdem du einige Zeit deine Core-Satellite-Strategie verfolgt hast, solltest du Bilanz ziehen. Welche Strategie war für dich am erfolgreichsten? Waren es deine Satelliten, die dein Kerninvestment geschlagen haben? Oder bist du mit deinem Kerninvestment doch besser gefahren. Je nach Ergebnis solltest du die Aufteilung deines Vermögens nochmal überdenken!

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