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Mehrkontenmodelle: Wie organisierst du sinnvoll deine Finanzen?

Wenn dir das 2-Konten-Modell zu einfach ist, um deine Finanzen abzubilden, bist du hier genau richtig. In der Regel wird die eigene finanzielle Situation einige Jahre nach dem Berufseinstieg immer komplexer. Und damit erhöht sich auch der Anspruch an die finanzielle Organisation. Mit einem Mehrkontenmodell mit vier, fünf oder sogar sechs Konten kannst du auch den Überblick über deine Finanzen behalten, wenn es komplizierter wird. 

Kontenmodelle zusammengefasst.
Kontenmodelle gibt es viele. Am Ende muss du individuell entscheiden, welches Modell für dich persönlich am sinnvollsten ist.
Spaßkonto Icon

Spaßkonto: Belohnt dich jeden Monat selbst

Du möchtest deinen “Spaßkonsum” noch genauer von notwendigen Kosten wie Miete oder Lebensmitteleinkäufe trennen? Dann kann die Eröffnung eines Spaßkontos, die richtige Entscheidung für dich sein. Hiervon könntest du Urlaube, Kurztrips, Unternehmungen, Zoobesuche, Eis, neue Schuhe oder ein Konzert bezahlen. Der Grundgedanke bleibt derselbe, das Sparen strikt vom Konsumieren zu trennen und sich gleich zu Beginn des Monats selbst bezahlen. Eine fest Rate von beispielsweise 5% oder 10% deines monatlichen Einkommens, das auf deinem Spaßkonto eingeht, kann eine psychologische Unterstützung sein. Dieses Geld kannst du dann ohne schlechtes Gewissen verprassen. Du belohnst dich jeden Monat selbst!

Gemeinschaftskonto: Organisiere deine Finanzen als Paar oder Wohngemeinschaft

Du lebst mit deiner Partnerin oder deinem Partner zusammen? Dann habt ihr bestimmt auch gemeinsame Ausgaben. Wahrscheinlich zahlt ihr gemeinsam Miete, Strom oder fahrt zusammen in den Urlaub. Ein Gemeinschaftskonto macht es euch einfacher, den Überblick über eure Ausgaben zu behalten.

Auf das Gemeinschaftskonto zahlt jede Person einen festgelegten monatlichen Betrag auf das Gemeinschaftskonto ein. Dieser Betrag kann sich, je nachdem ob eure Einkommen sich stark unterscheiden oder eher ähnlich sind, gleich sein oder sich prozentual unterscheiden. Von diesem Konto werden dann nur gemeinsame Kosten gezahlt wie Miete, Rechnungen für Strom und Internet oder gemeinsame Lebensmitteleinkäufe. So spart ihr euch die Diskussion, wer was gezahlt hat und ob Beträge untereinander ausgeglichen werden müssen.

Mehr zum Thema Gemeinschaftskonto findest du hier beim Gemeinschaftskonto-Vergleich.

In ETFs Investieren

Dein passives Depot: Den Überschuss passiv investieren

Auf deinem Vermögenskonto aus dem 2-Konten-Modell haben sich schon mehr als fünf oder sechs Nettogehälter als Notgroschen angesammelt? Dann wird es Zeit mit dem Überschuss etwas anzufangen. Denn wenn du dein überschüssiges Vermögen in Zeiten der Nullzinspolitik einfach auf dem Tagesgeldkonto mit derzeit unter 1% Zinsen parkst, verliert dein Vermögen schleichend an Wert

Dein nächster Schritt kann die Eröffnung eines Depots zum Investieren deines Überschuss sein. Für einen langfristigen und verhältnismäßig risikoarmen Vermögensaufbau empfiehlt sich das Investieren in breit gestreute ETFs

Beachte: Du solltest nur jenen Überschuss investieren, den du über einen längeren Zeitraum von mindestens 10 Jahren nicht zwingend benötigst. Langfristig wachsen breitgestreute Indexfonds mit einer wachsenden Weltwirtschaft. Aber es gibt in regelmäßigen Abständen auch Börsencrashs, die es über mehrere Jahre auszusitzen gilt. Benötigst du in Krisenzeiten zwingend dein investiertes Vermögen, kann dich der Verkauf von Anteilen zum falschen Zeitpunkt hohe Summen kosten.

Auch wenn es einen Überschuss gibt, bleibt es trotzdem dabei: Deinen Notgroschen von 3-6 Nettomonatsgehältern solltest du nie anfassen!

Icon Rentabilität Steigender Börsenkurse

Aktives Depot: Hiermit spekulierst du mit Einzelwerten

Wenn du neben deinem nachhaltigen Vermögensaufbau durchs passive Investieren in ETFs einen Teil deines Überschuss in einzelne Wertpapiere oder exotischere Anlageformen investieren möchtest, lohnt sich auch hierfür ein zusätzliches Depot.

Zum einen ist es mit einem abgetrennten “Zocker”-Depot leichter einen festgelegten (prozentualen) Anteil deines Überschusses abzugrenzen. Zum anderen macht es den Performance-Vergleich zwischen dem Aktiven Investieren und Passiven Investieren leichter. 

Denn das ist die zentrale Frage: Bist du mit deiner aktiven Investmentstrategie langfristig wirklich deutlich erfolgreicher als mit dem passiven Investieren in ETFs? Wenn die Performance deines Zocker-Depots nur geringfügig höher ist, als die deines passiven Depots, dann solltest du dir überlegen, ob die Zeit und die Arbeit, die du beim aktiven Investieren einbringst, sich wirklich lohnt.

Wenn du mit deinem aktiven Depot häufiger Wertpapiere kaufen oder verkaufen willst, ist ein Broker mit guten Konditionen ratsam. Sonst fressen Depotgebühren und Transaktionskosten einen Teil deiner Rendite auf. Ein Broker mit sehr günstigen Konditionen ist beispielsweise Trade Republic (im Test).

Setze dein Kontenmodell mit Daueraufträgen in Gang

Hast du dich bereits für ein Kontomodell entschieden und hast dir die entsprechenden Konten eingerichtet? Dann solltest du dein Gehaltskonto mit Daueraufträgen anweisen, Prozentsätze deines Einkommens zum Anfang von jedem Monat (oder kurz nach Gehaltseingang) auf deine einzelnen Konten zu überweisen. Damit automatisierst du das “Management” deiner unterschiedlichen Konten und stellst langfristig und nachhaltig sicher, dass dein Kontenmodell funktioniert. Du musst lediglich einmalig Zeit investieren, um dein Kontenmodell aufzubauen und dann arbeitet es für dich.
Welche Prozentsätze du für deine einzelnen Konten nutzt, liegt natürlich schlussendlich an deinem Lebensstil und an deinen Zielen. Hier findest du einen Vorschlag, wie mein 6-Konten-Modell aussieht.

Ein 6-Konten-Modell im Überblick
So lässt sich beispielhaft auch eine komplexe finanzielle Situation ordnen. Welche Prozentsätze du automatisch von einem Konto auf ein anderes überträgst, liegt natürlich bei dir.

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