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Nachhaltiger Konsum im Alltag: Geld sparen in grün

Bio und billig, passt das zusammen? Eher nicht – aber ein nachhaltiges Leben muss trotzdem kein teurer Luxus sein und kann langfristig günstiger sein, als billig Wegwerfprodukte zu kaufen. Was nachhaltiger Konsum ist und warum sich dieser für deinen Geldbeutel lohnen kann, erkläre ich hier.

Wie gehen Nachhaltiger Konsum und Sparen Hand in Hand?
Nachhaltiger Konsum tut nicht nur dir und dem Klima gut, sondern auch deinem Geldbeutel.

Was ist eigentlich nachhaltiger Konsum?

Beim nachhaltigen Konsum beziehst du Umweltaspekte und soziale Aspekte beim Kauf und Nutzung von Produkten und Dienstleistungen mit ein. Das betrifft auch die Entsorgung von Ressourcen im Alltag.

Das Bundesministerium für Umwelt liefert außerdem folgende Definition: Konsum ist nachhaltig, wenn er “den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden”. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass sich Konsum hier in Deutschland auch auf Menschen im Ausland auswirkt, da unsere Lieferketten und Produktionen entweder im Ausland stattfinden und Deutschland Produkte ins Ausland exportiert

Nachhaltiger Konsum wird damit eine Frage des individuellen Lebensstils. Ein nachhaltiger Konsument ist also ein ökologisch und sozial verantwortliche Bürger.

 

Wie gehen Sparen und nachhaltiger Konsum Hand in Hand?

Nachhaltiger Konsum bedeutet also, bewusster zu konsumieren, genauer hinzuschauen und seine eigene “Gesamtbilanz” im Auge zu haben. Natürlich kosten Bio-Lebensmittel prinzipiell mehr als Produkte vom Discounter. Ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle gibt es in der Regel nicht für fünf Euro zu kaufen. Doch nachhaltiger Konsum ist mehr als nur konventionelle Produkte durch Bio-Produkte zu ersetzen: Wer sein Konsumverhalten hinterfragt, kann viele Möglichkeiten finden, auch mit wenig Geld nachhaltig(er) zu konsumieren.

Ich hätte da ein paar Anregungen:

Tipp 1: Leitungswasser trinken

Leitungswasser ist der ideale Durstlöscher. Es kommt in Deutschland in sehr guter Qualität direkt aus dem Hahn und ist überall zubekommen, wo es einen Wasseranschluss gibt. Sofern keine uralten Bleileitungen im Haus verbaut sind, kannst du es ohne Bedenken direkt aus dem Hahn trinken. Wenn du trotzdem Bedenken hast oder das Wasser zu kalkhaltig schmeckt (gut für den Körper, aber für manche schlecht für den Geschmack), kannst du in einen Wasserfilter investieren.

Indem du Leitungswasser trinkst, anstatt Wasserflaschen im Supermarkt zu kaufen, vermeidest du nicht nur Plastikmüll. Du sparst auch den Aufwand und die Energie, die für die Herstellung der Flaschen, für das Abfüllen und für deren Transport gebraucht wird.

Für unterwegs kannst du Leitungswasser in eine extra Wasserflasche abfüllen, die du nur einmalig kaufen musst.

Auf lange Sicht sparst du so bares Geld. Denn viele Menschen geben viel zu viel Geld für ihr tägliches Wasser aus. Günstige Wässer aus dem Supermarkt kosten knapp 25 Cent pro Liter, kaufst du Markenwässer kostet ein Liter schon um die 80 Cent. Zum Vergleich: Ein Liter Leitungswasser kostet weniger als 0,1 Cent! 

Wenn du deinen Durst hauptsächlich mit Leitungswasser stillst, kannst du mehrere Hundert Euro (rund 250€) im Jahr sparen!

Tipp 2: Grüne Mobilität

“Fahrrad statt Auto” ist leichter gesagt als getan! Für viele ist ein Auto eine Notwendigkeit, dennoch sollte man die persönlichen Kosten im Blick haben und genau überlegenen, ob sich ein Auto lohnt. Denn ein Auto ist keine Investition, sondern eine Verbindlichkeit, und der Besitz eines Autos kostet nicht selten mehrere Tausend Euro im Jahr! Mit einem Umstieg sparst du nicht nur jede Menge Kosten, sondern auch Nerven: Reperaturkosten, TÜV, Reifenwechsel, Steuern und Versicherungen.

Durch den Individualverkehr, sprich Autoverkehr, werden außerdem rund 20 % aller CO2- Emissionen bundesweit verursacht. Auch aus diesem Grund muss es nicht immer das private Auto sein, denn es gibt viele Alternativen die günstig, bequem, umweltschonend und sogar noch gesund sind:

  • Fahrrad oder E- Bike
  • Öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Bahn oder Zug
  • Carsharing, Mietwagen oder Mitfahrgelegenheiten
  • Und nicht vergessen: Deine Füsse können dich ebenso voranbringen

Ich habe mein Auto vor einigen Jahren verkauft und vermisse es seither kein bisschen. Klar war es zu Beginn eine Umstellung aber mittlerweile bevorzuge ich alternative Fortbewegungsmittel. In der Bahn entspannt ein Buch zu lesen und nicht im Stau zu stehen. Ein herrliches Gefühl.

 

Schließlich ist eine grüne und nachhaltige Mobilität gesund, günstig und spart jeden Menge CO2. Schwing dich auf dein Rad.

Tipp 3: Saisonal und regional Lebensmittel einkaufen spart bares Geld

Es lohnt sich auf die Saisons von Gemüse und Obst beim Einkaufen von Lebensmitteln zu achten. Beispielsweise kostet eine Bio-Gurke in der richtigen Saison (in den Sommermonaten) rund 1 Euro, während außerhalb der Saison (in den Wintermonaten) eine Bio-Gurke oft zwischen 2 Euro und 3 Euro kostet.

Der Grund für diesen Preisunterschied sind nicht nur die Transportwege. In der jeweiligen Saison wird eine Gemüse- oder Obstsorte gleichzeitig reif, sodass es zu einem Überangebot im Supermarkt und am Wochenmarkt kommt. Weil die Nachfrage in der Regel auch in der Saison nicht proportional mit steigt, fällt der Preis.

Wer also Lebensmittel zur rechten Zeit kauft, spart bares Geld.

Aus ökologischer Sicht können saisonale Produkte sogar besser abschneiden als Bio-Produkte: Denn nicht nur die Art des Anbaus selbst, sondern auch der Transport und die Frage nach dem Energieverbrauch im Gewächshaus zählen zur Ökobilanz.

Tipp 4: Weniger Fleisch essen

60 Kg Fleisch verzehrt jeder Deutsche im Durchschnitt jedes Jahr. Das ist nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht viel zu viel und oft viel zu billig. Fakt ist: Der Preisunterschied zwischen konventionellen und Bio-Produkten ist besonders groß: Bio-Fleisch kostet je nach Tierart drei bis viermal mehr als konventionell hergestellte Fleischprodukte.

Trotzdem sollte man hier nicht sparen. Denn es ist nicht nur extrem unappetitlich wie Tiere und Menschen bei der konventionellen Fleischproduktion wie beispielsweise bei Tönnies behandelt werden. In Fleisch aus herkömmlichen Betrieben werden regelmäßig mehr Keime und Antibiotikarückstände festgestellt.

Wer billig Fleisch kauft, sollte sich immer darüber bewusst sein, warum es so billig ist.

Im Gegenzug kann man artgerechte Tierhaltung, auch mit wenig Geld wertschätzen, indem man seinen Fleischkonsum reduziert und beispielsweise nur zwei Mal in der Woche Fleisch isst, und nicht mehr jeden Tag – dafür aber in Bio-Qualität. Das schont auf lange Sicht den Geldbeutel, ist gesünder und ökologischer zugleich.

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