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So setzt du deine Stop-Loss-Order richtig

Jeder Anleger sollte sich mit Strategien beschäftigen, um das Risiko von Verlusten zu begrenzen oder Gewinne rechtzeitig zu realisieren. Mit der Stop-Loss-Order hast du ein wertvolles Werkzeug an der Hand, deine Strategie auch automatisiert in die Tat umzusetzen.

Symbolbild Stop-Loss-Order

Wie funktioniert eine Stop-Loss-Order?

Das Prinzip einer Stop-Loss-Order ist denkbar einfach: Fällt der Kurs deines Wertpapier auf oder unter deine definierte Stop-Loss-Marke, wird automatisch ein Verkauf zum nächsten handelbaren Kurs ausgeführt.

So brauchst du nicht ständig eine bestimmte Aktie beobachten, um deinen gewünschten Verkaufszeitpunkt nicht zu verpassen.

Achtung: Der Verkauf im Stop-Loss-Fall erfolgt immer zum nächsten handelbaren Kurs. Bei Aktien mit geringem Umsatzvolumen oder starken Kurssprüngen kann der Verkaufspreis unterhalb der gesetzten Stop-Loss-Barriere liegen.

Beispiel: Du kaufst 125 Stück einer Aktie zum Kurs von 40 Euro = 5.000 Euro.

Mit dieser Aktie willst du aber nicht mehr als 10 % Verlust machen. Den Stop Loss setzt du deshalb auf 36 Euro, also auf 10 % unter deinen Kaufpreis der Aktie.

Wenn der Kurs tatsächlich unter deine Stop-Loss-Grenze sinkt, wird der Verkauf zum nächsten handelbaren Kurs, zum Beispiel bei 35,45 Euro, ausgeführt.

Dein Verlust beträgt in diesem Szenario 568,75 Euro.

Stop-Order Verkaufen, Verluste absichern
Eine Stop-Loss-Order wird erst aktiv, wenn der angegebene Preis eines Kurses unterschritten wird.

Stop-Loss-Marke richtig setzen: aber wo?

Auf welchen Marken setzt du am besten deine Stop-Loss? Gute Frage! Denn setzt du den Stop-Kurs zu nah unterhalb des aktuellen Kurses, könnte deine Aktie an einem vorübergehend schwachen Börsentag zu schnell verkauft werden, obwohl sie sich anschließend rasch erholt.

Ärgerlich! Denn dann hast du zu einem zu günstigen Kurs verkauft und kannst nur zu einem höheren Kurs wieder einsteigen.

Ärgerlich ist es aber auch, wenn du die Stop-Loss-Marke zu tief unterhalb des Kaufkurses gesetzt hast und du bei Kursabstürzen unnötig hohe Verluste verkraften musst.

Pauschal lässt sich die Frage nach dem „richtigen“ Stop-Loss-Wert deshalb nicht beantworten. Die richtige Stop-Loss-Marke hängt von deiner persönlichen Risikobereitschaft ab, aber auch von der aktuellen Marktlage und von der Volatilität der einzelnen Aktie.

Übrigens: Das Setzen eines Stop-Loss ist in der Regel kostenfrei, bei der Ausführung der Order fallen lediglich die üblichen Transaktionsgebühren an.

An dieser Stelle möchte ich dir aber trotzdem vier Strategien an die Hand geben, die sinnvoll sind.

Strategie 1: Stop-Loss-Grenzen nach Faustregeln

Die einfachste Strategie ist, nach einer Faustregel eine Stop-Loss-Grenze zu setzen. Zum Beispiel: 15 % unter dem aktuellen Kurs. Je nach Risikoempfinden kannst du auch 10% oder 20% als Faustregel verwenden.

Ist ein Wertpapier nach dem Kauf bereits gestiegen, lässt sich auch der ursprüngliche Einstandskurs wählen, um zumindest keine Verluste hinnehmen zu müssen.

Strategie 2: Unterschiedliche Grenzen für Growth- und Value-Aktien

Wenn dir eine einfach Faustregel für alle Aktien zu einfach ist, kannst du zwischen schwankungsstarken und -schwachen Wertpapieren unterscheiden.

Zum Beispiel könntest du bei typischen Growth-Aktien – also schwankungsstarken Aktien – eine tiefere Grenze von zum Beispiel 20 oder 25% wählen.

Bei Value-Aktien – also schwankungsschwachen Aktien – kann dagegen ein geringerer Abstand sinnvoll sein, wie zum Beispiel die obengenannten 10%.

Strategie 3: Stop-Loss-Grenzen unter die Standard-Schwankung setzen

Gute Hinweise für das Setzen der Stop-Loss-Grenze kann ein Blick auf die übliche Schwankung eines Kurses liefern.

Wie stark schwankt der Kurs eines Wertpapiers üblicherweise am Tag, in der Woche oder im Monat? Gibt es charakteristische Tief- und Höhepunkte?

Schwankt ein Kurs üblicherweise zwischen um 5% oder um 20% im Monat?

Die Idee: Wenn du deine Stop-Loss-Grenze innerhalb der Standard-Schwankungen des Kurses setzt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass du ungünstig verkaufst, während sich der Kurs schnell wieder erholt.

Setzt du dein Limit unter diese Standard-Volatilität und reißt der Kurs der Aktie diese Marke trotzdem, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sich der Kurs “einfach so” wieder erholt. Dein Verkauf hat also wahrscheinlich größere Verluste begrenzt.

Strategie 4: Stop-Loss-Grenzen an den Aufwärtstrend koppeln

Einige Anleger orientieren sich auch an der 50- oder 200-Tage-Linie, um einen Stop-Loss sinnvoll zu setzen – je nach Anlagezeitraum.

Auch hier ist die Idee ähnlich wie bei Orientierung an der Standard-Schwankung des Kurses. Durchbricht ein Kurs in einer Aufwärtsbewegung die 50- oder 200-Tage-Linie, bringt das den Trend des Kurses in Gefahr und damit ist es unwahscheinlicher, dass sich der Kurs schnell wieder erholt.

Diese Strategie erfordert allerdings ein ständiges Nachjustieren deiner Stop-Loss-Grenze, weil sich die 50- und 200-Tage-Linie natürlich immer weiterentwickelt.

Trailing Stop: Stop-Marke dynamisch an Kurssteigerung anpassen

Der Trailing Stop ist die dynamische Schwester der klassischen Stop-Loss-Order. Wenn du von einem Aufwärtstrend profitieren willst, passt die Trailing-Stop-Order den Kurs um die Lücke zum gestiegenen Kursniveau an.

Die Idee: Du lässt deine „Winner“-Aktien laufen und verkaufst bei einer Gegenbewegung, um möglichst wenig Gewinn abzugeben.

Eine Übersicht über die beliebtesten und wichtigsten Order-Typen, findest du hier.

Fazit

Die Stop-Loss-Order ist auch für Privatanleger ein wichtiges Werkzeug. Egal ob Wertpapiersparplan oder Einzelinvestment – in turbulenten Börsenzeiten kannst dz mit Hilfe der Stop-Loss-Order Verlusten minimieren. Um die Stop-Loss-Strategie umsetzen zu können, solltest du dich mit den verschiedenen Orderzusätzen auskennen und eine für dich passende Strategie (siehe oben) verfolgen.

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